SPD-Fraktionsvize diskutierte am 4. März mit Vertretern der Kolpingjugend
"Tut Gutes, aber redet auch darüber!", so der Tipp von Hans Jürgen Döring, stellvertretender Vorsitzender der SPD Landtagsfraktion auf die Frage, wie sich Jugendverbandsarbeit bei Politikern bekannter machen lasse. Dies war eine von vielen Fragen, denen sich der Politiker am 4. März beim Gespräch mit jungen Ehrenamtlichen der Kolpingjugend im Heiligenstädter Jugendbildungshaus "Marcel Callo" stellte.
Die 15 engagierten Jugendlichen berichteten zunächst über das vielfältige Engagement in ihrem Verband, mit dem sie Werte bewegen.
So setzen sie sich regelmäßig für behinderte Menschen ein. Darüber hinaus halfen sie mit Spenden für einen "Kranich-Globus" krebskranke Kinder und unterstützten die Rumänienhilfe mit den Einnahmen bei Altkleidersammlungen sowie Spenden für den Bau einer 649 Meter langen Riesenraupe.
Erstaunt waren die jungen Menschen, dass der Fraktions-Vize von diesen Projekten wusste. Damit drängte sich für Matthias Zietz, Diözesanleiter der Kolpingjugend im Diözesanverband Erfurt, gleichzeitig die Frage auf: "Warum ist insgesamt so wenig vom Engagement der Jugendverbandsarbeit in den Köpfen der Politiker bekannt?". Döring räumte ein, dass der Dialog zwischen Jugendlichen und Politikern unzureichend sei. Kritisch fügte er hinzu, "dass letztlich jeder Politiker für seinen Bereich kämpft - gerade wenn es um Finanzen geht."
Als Sprecher für Bildung und Kultur wisse er, dass das nicht gut ist, weil es letztlich "zu Kürzungen im Gießkannenprinzip" führt, jedoch eine Auseinandersetzung mit inhaltlichen Schwerpunkten verhindert. Seiner Meinung nach habe die Landesregierung diese Auseinandersetzung seit Jahren vernachlässigt. Sehr deutlich formulierte der SPD Politiker: "Es lässt sich nur verteilen, was es zu verteilen gibt." Er verstehe aber nicht, warum die Bundesregierung fortführt, was ihre Vorgängerin begann und die SPD damals als Opposition kritisierte: "Steuerentlastungen, die die Reichen nur noch reicher machen". Letztlich müsse aber - über Fraktionszwänge hinweg - endlich "Politik nach dem Grundsatz: "Beteiligung statt Verteilung" gemacht werden", so sein Credo.
Zumindest am Gespräch beteiligten sich die Jugendlichen an diesem Abend sehr intensiv:
Die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich beschäftigt Andreas Hollenbach (Bickenriede) besonders, der seinen Verband als "eine Art Arbeiterjugend" kennzeichnete. "Dass vor allem Jugendlichen keine berufliche Perspektive gegeben werden kann", ist für Harald Weißenborn (Kirchgandern) eine beschämende Situation, da andererseits Unternehmen in Deutschland immer mehr Gewinne einfahren, ohne ihrer Verantwortung nachzukommen. Für Clemens Hechler (Struth) ist die gesamte Situation geradezu frustrierend: "Was sollen wir aufs Amt rennen, wenn uns doch nichts vermittelt werden kann?" Dabei beruhigte ihn kaum, was Döring vermutete, dass nämlich "wegen der demographischen Entwicklung in einigen Jahren Lehr- und Arbeitsstellen gar nicht mehr besetzt werden können".
Abschließend vereinbarten die Kolpingjugendlichen mit dem Politiker, in naher Zukunft gemeinsam Gutes zu tun und darüber auch zu reden. Hans Jürgen Döring unterzeichnete ein Wertepapier der Kolpingjugend. Damit wertschätzte er das Engagement der Kolpingjugend für die Gesellschaft, aber auch für ein zusammenwachsendes Europa und verpflichtete sich, aktiv bei der Gestaltung des Gemeinschaftstages mit behinderten Menschen am 21. Mai mitzuwirken.
Quelle: BDKJ Thüringen 04.03.2005
wirbewegen.yougend.com - Wir bewegen Werte - die Wertschöpfungsgesellschaft der Jugendverbandsarbeit in Thüringen